Einleitung




Was ist Yoga? (Einleitung 1., Seminar)

Der Sanskritbegriff Yoga leitet sich aus der Verbalwurzel yugab, und bedeutet: sich verbinden. Verbinden mit was? Yoga ist Einheit, Fülle, Gottesschau - die Verbindung, die hier gemeint ist, liegt daher im Kontakt mit dem göttlichen Urgrund, der Transzendenz, der Quelle allen Seins.

Der westliche Mensch denkt beim Begriff Yoga oftmals an die körperlichen Übungen des hatha-yoga. Doch der Veda stellt eine Vielzahl verschiedener Yoga-Vorgänge vor und auf einige davon werden im Laufe dieses Seminars näher eingehen. Die asanas (Körperhaltungen) des hatha-yoga dienen in erster Linie der Entspannung von Körper und Geist. Sie ermöglichen es, sich mit erhöhter Aufmerksamkeit auf zwei wichtige Aspekte des Yogas zu konzentrieren: das Studium und die Meditation. Wir beginnen in diesem Yoga Seminar mit einigen leichten Übungen, die aber dennoch sehr wirkungsvoll sind.

In Indien gehört Yoga zum Alltag der unterschiedlichsten Menschen. Yoga ist nicht bloss Hobby, sondern eine Lebenseinstellung.
Hier eine Yogaschule in Bhagalpur.

Alle Yoga-Formen zielen darauf ab, im Menschen eine Offenheit für die Transzendenz zu entwickeln, indem die Ebenen des Körpers und des Geistes geläutert und entsprechende Störungen beseitigt werden. Durch seine praktische Anwendung kann Yoga in uns Klarheit und Freude erwecken, was sich auch auf unsere Beziehungen zum Ehepartner, zu den Kindern, Eltern, Nachbarn und Freunden harmonisierend auswirkt. Ähnlich wie der Wind Wolken vertreibt, welche die Sonne bedecken, beseitigt Yoga nach und nach körperliche Leiden und unheilsame Gefühle wie Angst, Gier, Neid, Eifersucht und ähnliches. Yoga lehrt uns, alle anderen Lebewesen - ob Freund oder Feind - mit den Augen der Liebe zu sehen. Eine Person, die ernsthaft Yoga ausübt, wird Yogi genannt. Sie beschäftigt sich täglich mit der praktischen Pflege des Yoga-Vorganges, indem sie die verschiedenen Techniken lernt und sich den Aufgaben stellt, denen sie immer wieder begegnen wird.

Genau wie der Berufsmusiker einem Instrument die wundervollsten Töne entlocken kann, vermitteln uns auch Körper, Geist und Intelligenz viel Freude - sofern wir richtig mit ihnen umgehen. Indem Yoga die individuellen Fähigkeiten des Menschen miteinander zu verbinden vermag, integriert es alle Aspekte der Persönlichkeit. Es lehrt uns, unsere Sinne und den ungeduldigen Geist zu beherrschen und unsere Kräfte in die bestmöglichen Bahnen zu leiten, um so in Harmonie mit den Gesetzen der Natur zu leben. Im Rahmen dieses Entwicklungsprozesses wird in uns ein inneres Wissen zum Leben erweckt, das unsere Vitalität und Lebensfreude steigert und sich bis hin zur Selbst- und Gotteserkenntnis ausdehnt.



  Wie wirkt Yoga? (Einleitung 2., Seminar)

Die verschiedenen Körperhaltungen des hatha-yoga und das bewusste Atmen wirken sich reinigend und stärkend auf das Blut, die inneren Organe und die Nerven aus. Körper und Geist werden optimal entspannt und ermöglichen dadurch, sich in hohem Masse auf eine bestimmte Tätigkeit zu konzentrieren, einschliesslich der Meditationstechniken.

Meditation zielt darauf ab, den Geist vollständig mit dem Gegenstand der Meditation zu erfüllen. Je stiller der Geist des Meditierenden wird, desto klarer spiegelt sich der Gegenstand der Meditation in seinem Inneren. In einem ersten Schritt hilft sie Ängste und Spannungen abzubauen, während gleichzeitig die Selbstbeherrschung, Einfachheit und das klare Denken gefördert wird. Die so durch die Yoga-Techniken verursachten Veränderungen sind eine natürliche Folge und halten ein Leben lang an. Die praktischen Übungen bauen unseren Stress und die Ängste ab, welche durch die Hektik und Unersättlichkeit des modernen Lebens verursacht werden und unsere Gesundheit und Lebensfreude zerstören. Ähnlich wie die moderne Medizin, weist auch die Yoga-Lehre darauf hin, dass Angst eine der hervorstehenden Ursachen für viele Krankheiten ist, während sich andererseits Ruhe in guter Gesundheit niederschlägt.

In modernen Experimenten wird zu ermitteln versucht, in welchem Zustand sich Körper und Geist am besten regenerieren können. Zu diesem Zweck werden die Gehirnströme von Versuchspersonen aufgezeichnet, wenn sie sich im Tiefschlaf, unter Hypnose oder im Wachzustand befinden. In Indien wird seit Urgedenken die Ansicht vertreten, dass die Yoga-Technik die beste Methode zur Regeneration sei. Durch sie kann der Yogi die Fähigkeit der Entspannung steigern, Pulsschlag und Blutdruck regulieren und sogar bis zu einem bestimmten Grad das Nervensystem beherrschen, obwohl die Schulmedizin eher zur Auffassung neigt, dies sei durch das Bewusstsein nicht zu kontrollieren. 1974 wurde ein Versuch der Menninger Foundation veröffentlicht, die einen Yogi aus dem Himalaja, Swami Rama, unter Laborbedingungen testete, um abzuklären, inwieweit es ihm möglich sei, Funktionen, die normalerweise automatisch vom Nervensystem gesteuert werden, zu kontrollieren und zu verändern. Im Versuch wurde festgestellt, dass es ihm allein durch bestimmte Atemtechniken und gedanklicher Konzentration möglich war, seine Hauttemperatur zu steigern, den Blutdruck zu senken und sogar seinen Herzschlag für bis zu 15 Sekunden aussetzen zu lassen. (Science Year: The World Book Science Annual 1974, Field Enterprises Educational Corporation, Chicago 1974, S. 143)

Wir neigen stets dazu, äussere Kräfte und Umstände für unsere Schwierigkeiten verantwortlich zu machen. Doch die Yoga-Praxis führt uns vor Augen, dass wir viele Probleme durch Selbstdisziplin lösen können. Sie regt uns an, sowohl die Sonnen- als auch Schattenseiten unserer Persönlichkeit zu erfassen und daran zu arbeiten.

In all diesen Bereichen bietet uns Yoga viele Möglichkeiten und Gelegenheiten, unsere Gesundheit zu steigern und auszugleichen.



Lebensqualität (Einleitung 3., Seminar)

Gesundheit hebt die Lebensqualität. Niemand will krank werden, dennoch ist es eine Tatsache, dass wir uns selbst viele Krankheiten aufdrängen, weil wir nicht in der richtigen Weise auf unseren Körper achtgeben. Gemäss dem Ayur Veda - den altindischen Sanskrittexten, welche sich mit dem Erkennen von Krankheiten und deren Heilung befassen - gibt es drei Hauptursachen für Krankheiten: 1) Angst, 2) Mangel an innerer und äusserlicher Reinlichkeit und 3) zuviel Essen. In der heutigen Zeit dürfen wir sicherlich verschmutztes Wasser, in langen industriellen Arbeitsprozessen behandelte Nahrungsmittel und deren Zusätze sowie schlechte Luft (Abgase etc.) als weitere Faktoren hinzufügen, die Krankheiten begünstigen. Es ist schwer, davon unberührt zu bleiben. Nichtsdestoweniger können wir durch das Ausüben von Yoga viele Krankheitsursachen schon an der Wurzel packen. Indem wir uns durch Yoga und Meditation Selbstkontrolle aneignen und diese anwenden, können wir uns eines gesünderen Lebens erfreuen.

Körperliche und geistige Gesundheit sind der Schlüssel für den Fortschritt der Menschheit. Geist und Intelligenz sind sehr schwer zu kontrollieren und gerade hier haben sich die Meditationsübungen als wirkungsvolle Mittel erwiesen, unseren Geist zu beschützen. Gleichzeitig müssen wir jede Form von Gewalt und Unmenschlichkeit vermeiden, wie beispielsweise anderen Menschen oder Tieren Leid oder unnötige Schmerzen zuzufügen. Diese Art von Tätigkeiten erzeugen in uns psychologische Verletzungen und stören letztlich auf subtile Weise unseren Geist und unsere Gefühle.



Was ist Meditation? (Einleitung 4., Seminar)

Einige Aspekte der Meditation haben wir Ihnen bereits vorgestellt. Nun wollen wir diese Ausführungen weiter vertiefen. Meditation bedeutet seine Aufmerksamkeit auf einen einzigen Punkt zu richten. In der Bhagavad-Gita lehrt Krishna seinen Schüler Arjuna: ”O Arjuna, sammle deinen Geist mit Entschlossenheit im Höchsten Willen und ohne Anhaftung an Erfolg oder Ablehnung gegen Misserfolg, erfülle einfach deine vorgeschriebenen Pflichten entsprechend deiner eigenen Natur. Solche Ausgeglichenheit kann wahrhaftig Yoga genannt werden.“ (Bhagavad-Gita 2.48)

Allgemeine Wirkungen der Meditation sind:

  • ein ruhiger Geist
  • Stärkung der Geisteskraft
  • sich lösen von Spannungen und Ängsten
  • überwinden von Stress und Müdigkeit
  • ein scharfes Gedächtnis
  • aneignen von Überzeugungskraft
  • ermöglicht Selbstverwirklichung und die Entdeckung unserer inneren Glückseligkeit und unserer Fähigkeiten.

    In der indischen Weisheitsgeschichte finden sich viele Erzählungen darüber, wie sich Yoga auf das Leben der Menschen auswirken kann. Eine davon handelt von zwei Dieben, die sich in ein Dorf schleichen, um verschiedene Güter zu stehlen. Als die Dorfbewohner schon nach kurzer Zeit auf sie aufmerksam werden, versuchen sie zornig, die beiden Gauner einzufangen, um sie zu bestrafen. Voller Furcht fliehen die beiden blindlings aus dem Dorf, bis ihnen ein Fluss den Weg versperrt. Der eine kann schwimmen und stürzt sich ohne zurückzusehen in die Fluten. Doch der zweite bleibt zurück, denn er kann nicht schwimmen. Verzweifelt sucht er nach einem Ausweg und entdeckt schliesslich einige Weisen, die am Ufer im Lotossitz meditieren. Er setzt sich zu ihnen und gibt vor, auch ein Yogi zu sein. Als die zornigen Dorfbewohner das Ufer erreichen, können sie nichts entdecken und ziehen unverrichteter Dinge ab. Nach einiger Zeit kehrt der Dieb zurück, der sich über den Fluss gerettet hat, um zu sehen, was aus seinem Freund geworden ist. Erstaunt findet er ihn immer noch im Lotossitz sitzend unter den anderen Yogis und sagt zu ihm: ”Du kannst jetzt aufstehen. Die Gefahr ist vorüber.“ Doch sein Freund erwidert: ”Noch nie habe ich mich so friedvoll und glücklich gefühlt. Ich bleibe hier und führe meine Meditation weiter aus. Das Leben als Dieb birgt nur Angst und Gefahr.“


    Es gibt viele Formen der Meditation. Früher zogen sich die Yogis aus der Gesellschaft zurück und suchten die Abgeschiedenheit der Berge. Ihr Rückzug lehrt uns, dass wir während der Meditation unsere Aufmerksamkeit nicht von weltlichen Dingen oder Aufregungen ablenken lassen sollten. Wir benötigen Konzentration. Der Erfolg der Meditation hängt von unserem Bewusstsein ab. Meditation ist eine fortgeschrittene Stufe des Yoga, weshalb der Mantra-Meditation eine besondere Stellung zukommt. Sie vermag den Anfänger genau so wie den erfahrenen Yogi zur Erfahrung des eigenen inneren Selbst zu leiten.



    Einige Worte zu Indien (Einleitung 10., Seminar)

    Indien ist das Ursprungsland des Yoga. Die Veden gelten als die ältesten Schriften der Welt und sie lehren uns wichtige Aspekte über Yoga und Meditation. So liegen auch die Wurzeln der Vrinda-Schule in Indien. In unserem ganzheitlichen Seminar gehen wir auf verschiedene interessante Themen der vedischen Kultur ein.

    Obwohl es zweifellos zutrifft, dass im Zusammenleben von 1 Milliarde Menschen unterschiedlichster Glaubensbekenntnisse und Ideologien viel Ungerechtes und Trauriges geschieht, kann doch die Weisheit und lebendige Tradition der indischen Kultur für einen jeden lehrreich und bereichernd sein, der nach ihren Wurzeln sucht.

    Alte Weisheiten dürfen und müssen immer wieder auf Ihre Zweckmässigkeit im Hinblick auf die gegebenen Umstände einer aktuellen Lebenssituation geprüft werden. Oft erweisen sich die traditionellen vedischen Empfehlungen als äusserst nützlich für die moderne Welt und müssen nicht erneuert werden. Es bedarf dazu jedoch zeitnaher Erklärungen und kritischer Betrachtung.

    Als grundlegend und geradezu wegweisend erachtet die Vrinda-Schule folgenden Text des bedeutenden Veda-Gelehrten Bhaktivinoda Thakur (1838 - 1914) aus seinem ”The Bhagavat“ (1869):

    "Zwei weitere Grundsätze kennzeichnen das Bhagavatam, nämlich Freiheit und Fortschritt der Seele in Ewigkeit. Das Bhagavatam lehrt uns, dass Gott uns die Wahrheit in der gleichen Weise schenkt, wie Er sie Vyasa gegeben hatte: Wenn wir ernsthaft danach suchen.

    Die Wahrheit ist ewig und unerschöpflich. Die Seele empfängt eine Offenbarung, wenn es sie danach verlangt. Die Seelen grosser Denker aus vergangenen Zeiten, die jetzt auf spirituelle Weise fortleben, nähern sich oft unserem fragenden Geist und stehen ihm in seiner Entwicklung bei. Auf diese Weise erhielt Vyasa von Narada und Brahma Beistand.

    Unsere Shastras (in anderen Worten: Bücher mit tiefgehenden Gedanken) enthalten längst nicht alles, was wir von unserem unendlichen Vater erhalten könnten. Es gibt kein Buch ohne Fehler. Gottes Offenbarung ist die absolute Wahrheit, aber sie wird selten in ihrer natürlichen Reinheit empfangen und bewahrt. Im 14. Kapitel des 11. Buches des Bhagavatam werden wir angewiesen zu glauben, die offenbarte Wahrheit sei absolut. Jedoch im Lauf der Zeit nimmt sie die Färbung desjenigen an, der sie empfangen hat, und wird dadurch, dass sie über viele Zeitalter hinweg ständig von einem zum andern weitergereicht wird, in etwas Falsches verwandelt.

    Aus diesem Grunde sind ständig neue Offenbarungen notwendig, um die Wahrheit in ihrer ursprünglichen Reinheit zu bewahren. Daher werden wir ermahnt, bei unseren Studien der alten Autoren sehr sorgfältig zu verfahren, für wie weise sie auch immer gehalten werden.

    Hier haben wir die volle Freiheit, die falsche Vorstellung zurückzuweisen, die für unseren Seelenfrieden unannehmbar ist. Vyasa war nicht mit dem zufrieden, was er in den Veden zusammengetragen, in den Puranas bearbeitet, im Vedanta und im Mahabharata verfasst hatte. Sein Gewissen billigte seine Mühen nicht. Von innen her sprach es: "Nein Vyasa! Du kannst dich nicht mit dem unvollständigen Bild der Wahrheit zufriedengeben, das dir unvermeidlich von den Weisen längst vergangener Zeitalter übermittelt worden ist. Du musst selbst an die Tür dieser unerschöpflichen Schatzkammer der Wahrheit klopfen, aus der die alten Weisen ihren Reichtum schöpften. Geh, geh bis hin zur Quelle der Wahrheit, dorthin, wo kein Pilger auch nur die geringste Enttäuschung erlebt."

    Vyasa tat es, und er empfing, was er sich wünschte. Wir alle sind angehalten, es ihm gleich zu tun. Denn es ist die Freiheit, die wir als das wertvollste Geschenk Gottes ansehen müssen. Wir dürfen uns nicht einfach nur von denen führen lassen, die vor unserer Zeit gelebt und gedacht haben. Wir müssen selbständig denken und versuchen, andere Wahrheiten zu entdecken, die immer noch verborgen sind. Im Bhagavatam wird uns empfohlen, uns an den Geist der Shastras zu halten und nicht allein an die blossen Worte. Das Bhagavatam ist deshalb eine Religion der Freiheit, der ungetrübten Wahrheit und der absoluten Liebe.


    So besitzt Indien dank seinem Erbe des Wissens über Yoga und Meditation den Reichtum einer Magie des spirituellen Menschseins. Tatsächlich kann der Mensch sein Leben mit der Weisheit Indiens bereichern.

    Das Herz der Vrinda-Schule liegt in Sri Vrindavana, einem der bekanntesten Pilgerorte Indiens mit über 5000 verschiedenen Yoga-Ashramas und Tempeln. Dort bietet sich dem Yogi im Sri Vrindakunja, einer vor 200 Jahren vom König von Manipur erbauten kleinen Tempelanlage, eine Oase des Friedens und der Meditation. Zu dieser Selbsterfahrung sind alle Suchenden herzlich eingeladen.



    Das höhere und das niedere Selbst (Einleitung 11., Seminar)

    Der Veda bestimmt 8 Elemente in unserem Körper näher: 1) Erde, 2) Wasser, 3) Feuer, 4) Luft und 5) Äther. Unter diesen 5 Elementen wird der grobstoffliche Körper zusammengefasst.

    Auf einer noch feineren Ebene finden wir 6) den Geist, 7) die Intelligenz und 8) das falsche Ego (unsere Identifikation und Gleichsetzung mit dem zeitweiligen Körper). Diese letzten drei Elemente bilden den feinstofflichen Körper, der voller Wünsche, Enttäuschungen, Emotionen, Träume usw. ist.

    Auf einer noch feineren Ebene finden wir die spirituelle Seele (atma), die sich durch Bewusstsein kennzeichnet. Die roten Blutkörperchen übernehmen die Funktion eines Transportmittels oder Trägers, durch welches das Bewusstsein den ganzen Körper erfüllt. Ein Körper ohne Bewusstsein bzw. ohne Seele ist nutzlos und tot. Der Yogi lernt zwischen dem grobstofflichen, dem feinstofflichen und dem spirituellen Körper zu unterscheiden. In dieser Weise kann er die höheren Interessen des höheren Selbst leichter erkennen.



    Yoga und Wissen (Einleitung 12., Seminar)

    Der Veda betont, ein Yogi müsse Wissen über das Höhere Selbst entwickeln. Die Yoga-Praxis enthüllt jedoch auch in den verschiedensten Bereichen unseres täglichen Lebens Einblicke, die für uns von grossem Nutzen sind.

    Ein muss für jeden Yoga-Schüler stellt sicherlich das Studium der Bhagavad-Gita dar. Nicht ohne Grund gehört dieses Buch zu den meistgekauften Yoga-Büchern der Welt, bietet es doch einen tiefen Einblick in die verschiedenen Wege der Selbsterkenntnis (Karmayoga, Jnanayoga, Nishkamayoga, Bhaktiyoga usw.).
    Eine weitere schriftliche Grundlage unseres Seminars stellt das Buch ”Der Sinn des Lebens“ von Walther Eidlitz dar. Walther Eidlitz lebte nach 1938 neun Jahre in Indien und studierte dort an der Quelle den Yoga und die Meditation der indischen Hochkultur. Mit grosser Sackkenntnis verfasste er verschiedene Bücher zu diesen Themen, und eröffnete so dem westlichen Menschen einen Zugang in die Welt des Veda.

    Beide Bücher sind im vollständigen Yoga-Kurs enthalten. Sollten Sie für zusätzliche Studien noch an weiterer Literatur interessiert sein, wenden Sie sich bitte an den Kursleiter.



    Die indische Halskette (Kunti Mala) (Einleitung 13., Seminar)

    Es ist Teil der vedischen Tradition, dass die Yogis sich und ihre Schule mit besonderen Erkennungszeichen ausweisen. Im Rahmen des Yoga, den die Vrinda Schule lehrt, tragen die Schüler eine kunti mala, eine Halskette aus dem Holz der Tulasi Pflanze. Die Tulasi Pflanze hat in Indien eine tiefe Bedeutung, da ihr die Kraft zugeschrieben wird, den Yogi vor den grössten Gefahren zu beschützen und ihm Zugang zum höchsten angestrebten Ideal (dem Unvergleichlichen, Unbegreiflichen) geben zu können. Sie ist die ”Gestalt gewordene Idee der Unvergleichbarkeit“:

    ”Nicht Baum bist du, doch Baumgestalt.
    Vernichte alles, was Baumnatur in mir ist.“
    (Tulasi-Upanishad, Skanda-Purana, Padma-Purana)

    Mit der Einführung zum Seminar erhalten Sie gleichzeitig eine solche Tulasi Kunti Mala. Sie können den Baumwollfaden durch einen Nylonfaden ersetzen, da dieser länger hält und sich nicht durch das tägliche Bad zersetzt.



    Schlusswort (Einleitung 14., Seminar)

    Diese Einleitung zum Seminar Yoga in unserer Zeit soll Ihnen helfen, sich einen ersten Eindruck über die vielfältigen Aspekte der vedischen Yoga-Kultur zu verschaffen. Sie haben einen kurzen Einblick in die Themen erhalten, die Ihnen auf diesem Pfad des Yoga begegnen werden und Ihnen ermöglichen, den Gewinn auszuschöpfen, der Ihnen aus vielen persönlichen Erfahrungen zufliesst.

    Wir laden Sie nun zu diesem Experiment ein, so dass Sie letztlich zu einem vollständigen Ergebnis gelangen. Das ganzheitliches Yoga Seminar öffnet die Tür zu den Geheimnissen eines mystischen Lebens, indem die Aufmerksamkeit auf Kräfte gelenkt wird, die direkt der Quelle aller Kräfte entspringen. Ihre Wünsche können sich erfüllen, es liegt in Ihrer Hand.

    Bis bald!


    OM TAT SAT